Zwischen 2600 bis 2800 Teilnehmer beim Demozug der 27. Pegida

Am 18. Mai versammelte sich zum 27. Mal die Pegida in Dresden auf dem Schlossplatz. Wie auch in den letzten drei Wochen (24.-26. Pegida) der gleiche Ablauf: Auftaktkundgebung, Demozug und Abschlusskundgebung auf dem Schlossplatz.

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Auftaktkundgebung der 27. Pegida am 18.05.2015 auf dem Schlossplatz in Dresden. Bild: Stephan Poppe

Wie auch schon bei der 26. Pegida, begleiteten wir auch dieses Mal die Studentengruppe "Durchgezählt" bei ihrer Arbeit, nachdem wir deren Zahlen auch schon für die 24. Pegida am 27. April und die 25. Pegida am 04. Mai bestätigen konnten.

Auch für die 27. Pegida erstellte die Studentengruppe ein Video hoher Qualität:

Basierend auf Ihrer Methode der Bildauswertung einer Sequenz von überlappenden Frames aus dem Video, ermittelt die Gruppe eine Zahl von 2601 Personen, welche beim Erreichen der Brühlschen Terrassen am Demozug teilnehmen. Abschließend schätzen die Studenten eine Teilnehmerzahl von 2600 bis 2900.

Um nun diese Zahlen der Studenten zu reproduzieren, werteten wir diesmal ein eigenes Video aus. Dieses zeigt den Demozug beim Start an der Augustusbrücke direkt am Schlossplatz, welchen wir dann mittels der Methode des Markierens jeder einzelnen Person auswerteten, siehe dazu auch unsere Auswertung für die 26. Pegida bzw. 3. IDAHIT in Leipzig:

Wir ermittelten anhand dieses Video eine Personenzahl von 2631, welche mit dem Demozug startete. Dabei kam es neben den bekannten Fehlerquellen zu weiteren Schwierigkeiten:

  1. Einige Personen blieben ganz sicher durch Fahnen verdeckt, sodass diese nicht mitgezählt werden konnten.
  2. Auch bleiben evtl. auch viele kleinere Personen durch größere Personen verdeckt.
  3. Da die Brücke auch von regulären Personenverkehr frequentiert wurde, blieb an manchen Stellen unklar, ob es sich bei einer Person um einen Teilnehmer oder Passanten handelt.

Wir schätzen daher, dass bei dieser Auswertung der absolute Fehler in etwa 50 Personen beträgt. Vergleicht man nun aber die so ermittelte Zahl (2631) mit der Zahl an Personen (2597), welche die Studentengruppe "Durchgezählt" für den Demozug bei der Rückkehr entlang der Brühlschen Terrassen ermittelte, so lässt sich somit sehr sicher sagen:

Fast alle Teilnehmer, welche den Demomarsch am Schlossplatz antraten, kehrten auch zum Platz zurück.

Mit dieser Feststellung begegnen wir einer gegenüber der Studentengruppe und uns vorgebrachten Kritik, dass "doch nur ein Drittel der Leute zurückkehrt vom Spaziergang" und man somit keine valide Schätzung anhand von Videoaufnahmen auf Höhe der Brühlschen Terrassen vornehmen kann. Man kann und sollte auch, denn betrachtet man das "Brückenvideo" im Vergleich zum "Terrassenvideo", so fallen gleich mehrere Vorteile auf:

  1. Durch den wesentlich lockeren Demozug wird ein Auszählen enorm erleichtert.
  2. Auch ist der Aufblickwinkel wesentlich günstiger für das Auszählen.

Basierend auf den beiden Schätzungen aus den Videos, lässt sich abschließend sagen, dass mit sehr hoher Sicherheit zwischen 2600 bis 2800 Personen am Demozug teilnahmen.

Aus den vom "Brückenvideo" ermittelten Daten lässt sich nun noch das folgende "Personenstrom"-Diagramm erstellen.

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Personsenstromanalyse basierend auf 2631 Einzelzeiten, geglättet mit gleitendem Mittel über 10 Sekunden.

Wie gut zu erkennen ist, liegen in der ersten Hälfte des Zuges relativ hohe Durchflüsse bzw. Personenströme mit 10 bis über 12 Personen pro Sekunde vor, während der Strom in der zweiten Hälfte linear absinkt. Somit liegt also schon zum zeitlichen Start des Zuges eine gewisse Inhomogenität in der Verteilung der Personen über den Zug vor, welche sich im zeitlichen Verlauf des Zuges dann noch weiter verstärkt.

Diese Beobachtung ist insofern relevant, da uns öfters die Möglichkeit der Schätzung der Zahl eines Demozuges mittels Schätzung der Durchlaufzeit vorgeschlagen wurde. In der Tat, würde man den etwaigen durchschnittlichen Personenstrom kennen, so könnte man tatsächlich durch Hochrechnung über die Durchlaufzeit eine gute Schätzung ermitteln. Wie sich aber anhand der Personenstromanalyse deutlich zeigt, müssten zur Ermittlung des durchschnittlichen Stromes tatsächlich mehrmalig über den gesamten Demozug gemessen werden, um die Inhomogenität genügend gut "auszumitteln".

Würde man z.B. aufgrund der anfänglichen hohen Ströme von durchschnittlich 11 Personen pro Sekunde ausgehen und eine etwaige Durchlaufzeit von 300 Sekunden ansetzen, so würde daraus eine deutliche Überschätzung von 3300 Personen resultieren.

Der hier veröffentlichte Artikel entspricht nicht notwendigerweise dem Original der Erstveröffentlichung und tut es in aller Regel auch nicht, sondern wird fortlaufend sowohl sprachlich als auch inhaltlich ergänzt oder korrigiert. Bei berechtigtem Interesse können aber gerne frühere Versionen des Artikels bereitgestellt werden. Auch muss das angezeigte Datum der Veröffentlichung nicht notwendigerweise dem tatsächlichen Datum der Veröffentlichung entsprechen, sondern kann auch allein dem Zwecke der chronologischen Sortierung dienen, sodass das angezeigte Datum des Artikel in etwaiger zeitlicher Nähe zum betrachteten Gegenstand liegt. Bei berechtigtem Interesse kann aber das Datum der Erstveröffentlichung gerne nachgefragt und mitgeteilt werden.

2 Gedanken zu „Zwischen 2600 bis 2800 Teilnehmer beim Demozug der 27. Pegida

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