Archiv der Kategorie: Kommentar

GEMEINSAME ERKLÄRUNG ZUR FUSION DER BEIDEN INITIATIVEN DURCHGEZÄHLT UND CROWDCOUNTING ZU EINER FORSCHUNGSGRUPPE

Unsere beiden Projekte Durchgezählt (Dresden) und Crowdcounting (Leipzig) zur Schätzung von Teilnehmerzahlen bei Großveranstaltungen und zur wissenschaftlichen Untersuchung der dahinterliegenden Methodik kooperieren seit nunmehr einem halben Jahr sehr erfolgreich miteinander. Während der Austausch anfänglich auf die Überprüfung der Methoden und Zahlen des anderen Teams beschränkt war, entwickelte sich im Laufe der Zeit eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen den beiden Teams bis hin zu gemeinsamen Zählaktionen vor Ort.

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Kommentar zu zwei Fällen des Missbrauchs unseres Bildmaterials

Im Rahmen unserer Feldarbeit erstellen wir sehr viel Bild- und Videomaterial. Dieses stellt die Basis für die weitere Untersuchung der verschiedenen Verfahren der Schätzung von Teilnehmerzahlen dar und dient auch zur Überprüfung unserer unmittelbaren Schätzungen vor Ort. Im Sinne der Überprüfbarkeit unserer Schätzungen und als Beleg unserer Arbeit vor Ort stellen wir hinreichend viel von diesem Material online.

Wir werden immer wieder für diesen Versuch der Transparenz gelobt und sehen darin auch einen der wesentlichen Gründe für die hohe Akzeptanz unserer Schätzungen, da sich diese so besser nachvollziehen lassen, vielmehr oft sogar eigenständig von jedermann replizieren bzw. reproduzieren lassen (z.B. durch eigenes Auszählen der veröffentlichten Videos, eigenes Abschätzen von Flächen und Dichten etc.).

Gerne geben wir darüber hinaus Zugang zu weiterem Material, solange ein wissenschaftliches oder öffentliches Interesse daran besteht und möglichst kein Missbrauch gewährleistet ist.  Leider beobachten wir jedoch in letzter Zeit, dass unser Material eher für propagandistische Zwecke im Sinne der Irreführung der Öffentlichkeit missbraucht wird, ohne dass wir dies genehmigt hätten oder zumindest als Quelle genannt werden.

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Der Flüchtlingsschlüssel der EU-Kommission: Alles andere als simple und transparente Arithmetik

Ein Kommentar von Stephan Poppe, Dozent für Statistik an der Universität Leipzig
Der von der EU-Kommission vorgeschlagene Schlüssel zur Verteilung von Flüchtlingen suggeriert ein objektives und transparentes Schema, welches sich auf eine Bewertung aufgrund der ökonomischen und demographischen Größe der Aufnahmeländer mit einem Gewicht von 80% stützt. Zusätzlich erfolgt eine Berücksichtigung der Belastung der Länder durch Arbeitslosigkeit und bisher aufgenommene Asylbewerber mit einem Gewicht von 20%, wobei aber bestimmte Kappungsregeln zum Einsatz kommen, welche "disproportionale Härten" vermeiden sollen.

Durch ein Verkomplizieren der Formeln aufgrund der Kappungsregeln bleibt dabei aber subtil verborgen, dass trotz eines Gewichts von 20%  tatsächlich nur maximal 6% der Flüchtlinge unter Berücksichtigung der Belastung durch Arbeitslosigkeit und bisherige Asylverfahren aufgeteilt werden. Anhand eines aktuellen und relevanten Beispiels zur Verteilung von 120.000 Menschen, wird aufgezeigt, dass dieser eher marginale Effekt in der Praxis sogar nur  4% ausmachen kann.

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